Das Urheberrecht ist keine soziale Einrichtung

„Wir brauchen ein starkes Pfandrecht das es Flaschensammlern ermöglicht von ihrer Arbeit zu leben.“

So lautet mit 79 Favs und 123 Retweets mein bisher erfolgreichster Tweet. Irgendwas muss daran also interessant sein. Und was?

Wir brauchen natürlich kein starkes Pfandrecht, um Flaschensammlern eine Existenz zu sichern. Der Satz ist eine Verballhornung des in zig Varianten aus der Urheberrechtsdebatte bekannten: „Wir brauchen ein Urheberrecht, das es Künstlern ermöglicht von ihrer Arbeit zu leben“. Ist das jetzt also die vielbeschworene Künstlerfeindlichkeit, die ich als authentischer Pirat neuerdings wohl an den Tag zu legen habe? Nein, denn es geht bei diesem Vergleich nicht um den Status von Kreativen, sondern um die Entlarvung eines im Kern unsinnigen Arguments.

Kaum jemand würde wohl einem Menschen, der Geld mit dem Einsammeln von Pfandflaschen verdient, das Recht auf diesen Verdienst streitig machen. Gleichzeitig ist jedem klar, dass die Existenz solcher Menschen weder der Zweck des Pfandsystems noch ein guter Grund für sein unverändertes Weiterbestehen ist.

Was ist also der Zweck des Urheberrechts? Da es in der aktuellen Debatte vor allem ums Geld geht, konzentrieren wir uns dabei mal ganz auf den Aspekt der Verwertung. Wie bei anderen Immaterialgüterrechten (wie z.B. das Patentrecht) geht es dabei um die Vergabe von exklusiven Nutzungs- bzw. Verwertungsprivilegien, um Leistungen zu schützen, in die sich eine Investition andernfalls nicht lohnen würde. Die ersten Vorläufer des Urheberrechts waren zur Anfangszeit des Buchdrucks die sogenannten „Druckerprivilegien“, die wie der Name impliziert bei den Druckern angesiedelt waren. Im 18. und 19. Jahrhundert entstand das uns heute bekannte Urheberrecht, das die Nutzungsrechte den Schöpfern gab, die diese an Verwerter gegen entsprechende Entlohnung übertragen können.

Zweck des Ganzen ist es, schöpferische Werke dem Markt zuzuführen, so dass überhaupt damit gehandelt und Geld verdient werden kann. Das ist auch eine gute Sache, zumal bei Werken deren Erstellung oder allgemeine Verbreitung eine nennenswerte finanzielle Investition erfordert (bis vor historisch sehr kurzer Zeit waren das, wir erinnern uns, so ziemlich alle Werke). Dieser Zweck wird im Übrigen auch durch die Forderungen der Piraten nicht unterlaufen.

Zweck des Ganzen ist nicht und war nie, Urheber mit einem auskömmlichen Einkommen zu versorgen. In dem Fall müsste man das Urheberrecht eh als gescheitert betrachten (die verschwindend geringe Minderheit der Urheber, die von ihren Werken auch nur annähernd leben kann, fällt gesellschaftlich kaum ins Gewicht).

Das Urheberrecht bringt begrüßenswerterweise vielen Menschen ein Einkommen ein (was die Piraten übrigens auch nicht ändern wollen). In diesem Punkt ist es vergleichbar mit der Institution der Lohnarbeit, die zwar anders strukturiert ist, aber ebenfalls dem Zweck dient, menschliche Arbeit warenförmig zu machen und so mit Marktmechanismen zu sammeln und zu verteilen. Niemand würde aber auf die Idee kommen, die Lohnarbeit als soziale Einrichtung zu sehen (außer insoweit als sie logisch mit der Abschaffung der Sklaverei verknüpft ist).

„Jeder Arbeiter muss von seiner Arbeit leben können“ ist ein oft formulierter politischer Anspruch – aber eben genau das und keine Beschreibung der Institution Lohnarbeit. Verbunden ist er mit konkreten Forderungen wie der Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns.

Wer das gleiche über das Urheberrecht sagt (das dies im Moment niemandem garantiert), müsste damit ähnliche Forderungen verbinden. Denkbar wäre eine Art „Urhebermindestlohn“: Man könnte das Urheberrecht so regeln, dass exklusive Nutzungsrechte an einem Werk nur dann vom Urheber übertragen werden können, wenn dafür eine Entlohnung erfolgt, die einem angemessenen Mindestlohn bezogen auf den geschätzten Zeitaufwand des Urhebers entspricht. Alles andere wäre dann eben äquivalent zu einem Werk unter freier Lizenz zu behandeln.

Das ist natürlich eine sehr in den Raum geworfenen Idee, an die sich viele offene Fragen anschließen. Ich will gar nicht im Detail darauf eingehen, da ich diese Forderung auch gar nicht selbst erhebe.

Wer aber meint, das Urheberrecht müsse Künstlern ein ausreichendes Einkommen sichern, muss ehrlicherweise auch diese oder eine ähnlich gelagerte Forderung damit verbinden. Er oder sie müsste auch unter Gerechtigkeitsaspekten erklären, warum dieses Einkommen nur jenen zustehen soll, deren künstlerischen Werke erheblichen kommerziellen Erfolg haben (denn ein direkter Zusammenhang zwischen letzerem und künstlerischem Wert wird ja allgemein verneint).

Wer aber die Einkommenssicherung von Künstlern als Argument in die derzeitige Debatte um eine Reform des Urheberrechts einwirft, führt eine Phantomdiskussion.

18 Gedanken zu „Das Urheberrecht ist keine soziale Einrichtung

  1. Magni

    Ich bin kein „Künstler,“ will aber auch von meiner Arbeit leben können. Sind diese angeblichen Urheber auch für einen generellen Mindestlohn oder fordern sie nur mehr Geld für sich selber? :-)

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  2. Mela

    Diese Idee eines „Urhebermindestlohns“ wurde u.a. zwischen den Journalistenverbänden und den Zeitungsverlegern ausgehandelt, damit freie Journalisten weiterhin von ihrer Arbeit leben können.

    Folge: Freie Journalisten, die auf diesen Mindestsatz bestehen, können sich neue Auftraggeber suchen.

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  3. Pingback: Im Schützengraben der Urheberrechtsdebatte – eine Analyse des Aufrufs “Wir sind die Urheber” « DIGITALE LINKE

  4. Jmd

    Der Blog trifft es nicht ganz. Die Frage, die sich ein Urheber überlegt, ist die Frage, wieviel ist mein Idee/Schöpfung Wert. Ganz ohne Verwerter und auch der Gesellschaft ist dies die Frage. Das ist in der Kunst und Wissenschaft der Fall. Dies ist auch die Frage, die in einem Urheberrechtgesetz die Rolle spielt. Und es auch die Frage, die dann hinsichtlich Qualitat eine Rolle spielt. In deinem Blog implizierst Du zu viel und springst inhaltlich zu viel.

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    1. datenhalde

      Der Artikel (nicht _das_ Blog) kann wohl kaum klären, wieviel eine Schöpfung wert (klein geschrieben) ist. Wer wollte sich schon anmaßen, dies in einem Bereich zu taxieren, in dem, wie Simon im vorletzten Absatz deutlich darlegt, keine direkte Korrelation zwischen Qualität und erzieltem Gewinn besteht!

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  5. Nils

    > (die verschwindend geringe Minderheit der Urheber, die von ihren Werken auch nur annähernd leben kann, fällt gesellschaftlich kaum ins Gewicht)

    Das sehe ich anders. Es mag zwar zahlenmäßig eine (relativ) kleine Gruppe sein, weil ja letztlich jeder der schreibt, musiziert, malt usw. ein Urheber ist. Dennoch fallen diejenigen, deren Werke so erfolgreich sind, dass sie davon leben können, gesellschaftlich stark ins Gewicht, denn sie prägen unsere Kultur. Insofern ist das Urheberrecht mit Verwertungsrechten eine urdemokratische Institution. Willst Du, dass es Kunst nur noch in Konzernzentralen und Ministerien gibt (so wie es sie früher nur auf Fürstenhöfen und in der Kirche gab) ?

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  6. Jochen Hammes

    So ein Blödsinn!
    Leben wir in einer modellsozialistischen Welt? Wo wäre denn das Internet, die Welt, die Gesellschaft ohne das Selbstverständnis, für gute Arbeit guten Lohn zu verdienen?
    Das gilt für Künstler wie für Programmierer und alle anderen.

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  7. Sabine Engelhardt

    Du schreibst, was mir auch schon im Kopf herumging. Warum sollen Künstler einen Anspruch darauf haben, von ihrer Arbeit leben zu können, wenn das sonst niemandem in der Gesellschaft zugestanden wird? Also wenn es so eine Garantie geben soll — was an sich ja nicht falsch ist –, dann bitteschön für alle. Künstler sind hier nichts Besseres.

    Früher nannte man das übrigens „unternehmerisches Risiko“, wenn jemand in eine Sache investiert, ohne zu wissen, ob und wieviel hinterher dabei für ihn herausspringt. Heute schreien Konzerne nach einem Leistungsschutzrecht, 100 % kontrolliertem Internet und Three Strikes, wenn sie ihr Zeug nicht verkaufen können. Für die meisten Unternehmer gilt das auch heute noch, aber manche wollen hier offenbar gleicher sein.

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  8. BukTom Bloch aka Burkhard Tomm-Bub, M.A.

    Guten Tag. Dank für die verständlichen Ansätze und Formulierungen im Artikel.
    Die Aussagen von Jmd nerven mich aber ein wenig.
    Da werden Dinge als Tatsachen bezeichnet, die letztlich nur in Jmds Wahrnehmung so sind, bzw. sein mögen.
    Ich bin auch Urheber von diesem und jenem – und ich stelle mir die Wert – Frage nicht!
    Ich mache das, weil ich das machen muss.
    Und weil ich denke, es könnte andere Menschen bereichern – im ethischen oder humanen Sinne, darum verschenke ich es anschließend.
    MfG
    BTB

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  11. Soziale Systeme

    Es geht den Verwertern um den weiteren Profit obwohl vielleicht schlankere legale Vertriebsmöglichkeiten denkbar sind, es leider aber niemand in freien Ländern etabliert. Das ist wie Fairtrade verbieten zu wollen damit die Kaffee-Bauern an die großen Händler verkaufen müssen.

    „Das Urheberrecht ist kein Sozialversorgungs-System“
    „Das Urheberrecht ist keine Hängematte“
    (Eine Crowdbasierte Sammlung wie bei „C -wie CDU“ oder so ähnlich vor ein paar Monaten wäre mal interessant)
    würde auch und vielleicht eher ins gängige Sprachschema passen. Man muss versuchen bisherige Gegner zu überzeugen und nicht nur die eigene Wahl-Klientel bedienen. Daran scheitern viele Politiker aber Piraten führen ja auch nicht aktiv Liquid (oder verbesserte Versionen) bei Fußballvereinen ein um letztendlich ohne Aufwand allen Vereinen und allen Bürger-Treffen oder Delegierten-Versammlungen wie Dominosteinen die Demokratie am Handy zu verpassen. Dann sind Fußball-Ultras vielleicht still und Feuerwerk und Böller haben im Stadion auch nichts verloren wenn die Masse der eigenen Vereinskollegen überzeugend votet.

    Künstler (wohl auch Webdesigner usw nach ein paar Urteilen) sind in der vergünstigten Künstlersozialkasse während ich als Informatiker viele Verträge nicht mehr unterschreiben kann (siehe heise/Telepolis bzgl. Rahmenverträgen für IT-Freiberufler) und 15% Krankenkasse bezahlen muss. Es gibt genug Künstler die pleite sind oder waren und dafür wären, das die Kollegen mal sparen müssen wenn sie denn mal (gerne gute) Einnahmen haben. Das man dieses Geld erst versteuert wenn man es verbraucht, sollte dann klar sein. Damit würden den künstlermäßigen Abzock-Steuerspar-und-dann-Pleite-Projekten das Wasser abgegraben. Wenn man keine Promi-Meldungen kennt, kann man mit diesen Infos natürlich nichts anfangen.

    Die Cash-Flow-Mengen aufzudecken wäre auch mal sinnvoll.

    Erst jetzt nach Jahren dreht die Diskussion endlich mal in die Richtung, wie viel jemand kriegen soll, dessen kreativen Zeit-Aufwand ich benutze und der vielleicht ständig im Radio gespielt wird, aber in seinem Hotel verarmt stirbt und uns vielleicht vorher Sozialbeiträge kostet. Auch diese Cash-(Non-)Flows thematisiert keiner. Laut TV-Dokus (ja ich weiss, TV ist für viele lame aber gigantische Gebiete sind Schmalband was auch keinen kümmert und wie immer nur mit Steuern statt selbstfinanzierten Wifi-Stecken bis zum Strom-Masten oder Eisenbahn (da liegen Glasfasern an der Seite unter den Bodenplatten bzw. Kabelschächten) ohne einen Steuercent geregelt werden könnte weil das Volk sich ein paar Wifi-Richt-Router mashmäßig organisiert und Minutenabrechnung und Modems oder ISDN verlassen kann) kriegen Musiker, Bands und Sänger gar nichts für Radio-Ausspielungen. In der GEMA sind vielleicht nur die Text-Schreiber (hochwertigster leistungsschutzwürdiger Songtexte) und Komponisten. Wer öfter im Radio läuft kriegt häufiger oder teurere Buchungen für 45-Minuten Halbplayback zzgl. 2 Zugaben bei Karneval, Schützenfesten u.ä. z.b. als Schlager- oder Volks-Musiker mit (auch laut mehreren TV-Dokus) 300 Auftritten pro Jahr. Es gibt tausende Studio-Musiker die ständig gespielt werden und vielleicht nichts dafür kriegen. Bei heise kam das Thema auch neulich mal auf. Statt also mit Pseudodiskussionen seinen Zeit zu verplempern sollte man vielleicht besser aktiv nach „Opfern“ suchen oder sie bei Servern melden lassen und deren Geschichten erzählen. Und da es oft Promis sind, erinnern sich die Leute und erkennen wo von den 15 Euro Musik-CD das Geld abbleibt.
    Die nachrichten.de-App bei allen Abgeordneten vorführen und sie erkennen lassen das News oft nur Agenturmeldungen sind, macht auch keiner. Die haben Sprechstunden und man sollte jemand aus seinem Wahlgebiet mitnehmen den er kennt und den man selber schon überzeugt hat. Dasselbe dann für Google-News und die Erinnerung das das Thema in Belgien schon gegessen wurde. Viele kennen nicht mal den Unterschied zwischen Google-News und Google-Websuche auch weil es quasi gleich aussieht.

    Mir kommt das an vielen Orten (hier aber eben nicht) oft nur so vor wie ein Haufen Kiddies die ihre Kopien verteidigen wollen. Die andere Seite lenkt ab. Nur wenige lenken die Diskussion in sinnvollere Richtungen wie z.b. Neelie Kroes auf Management von begrenzter Bandbreite und Verwertungs-Gesellschaften welche hier vielleicht netflix verhindern während sie in England im TV Werbung für ihr 7(?)-Pfund-Abo machen. Habe ich kein EU-Recht auf ein 7-Pfund-Abo im Binnenmarkt ? Die paar wenigen sinnvollen Diskussions-Teilnehmer bewirken bisher nichts und werden meist ignoriert und finden keine sinnvolleren Diskussions-Orte. Vorschlags-Systeme die man (auch anonym aber dann natürlich testgelesen und von 2-5 (zufälligen) Teilnehmern als „Bürgen“ für ‚legal und kein Unfug oder Troll-Posting‘ befunden und dann erst öffentlich gemacht) ) gibts wohl nicht. Die Insider dürfen sich nicht outen aber würden Meldesysteme oder semimoderierte Multiwahrheits-Wikis füllen mit (legalen! und oft öffentlichen aber ignorierten) Informationen zur Verschlankung der Content-Vermarktungs-Provisionen oder gerechteren Künstlerbezahlung oder einfach was in der Branche schief läuft. Die müssen nämlich überleben und ihre Familie durchfüttern und können nicht mal eben den Studienplatz (bzw. Arbeitgeber oder Wohnort) wechseln wie 20jährige Revoluzzer es sich gerne vorstellen. Und woanders einen Job finden die dann oft vielleicht auch nicht mehr. Ideen für alternative Bezahlungen sammelt auch keiner. Rot-Grün hat die Ebook-Preisbindung eingeführt erinnert auch kaum jemand. USA haben 90-95% der Schulbücher inzwischen elektronisch verfügbar. Ohne Gejammer und ohne Subventions-Milliarden oder gescheiterte IT-Großprojekte für hunderte Millionen Euros soweit mir bekannt. Statt Pads und Learner-Wikis und immer weniger Lehrern durch dauer-kontrolliertes Selbst-Lernertum sollen digitale Tafeln gekauft werden.

    Bei vielen Studienkollegen war es normal, Quellen in Seminaren (Diplomarbeiten gibts ja oft nicht zu lesen und sind voll geheim) nicht zu benennen. Ich hab sie brav gesammelt und benannt „damit nicht ich mir Unfug selber ausgedacht haben soll“ und auch weiss wo ich welche Aussage her habe. Die Frage ist also ob das eine geistige Grundeinstellung markiert. So als wenn man 10 Euro im Warteraum liegen lässt und sieht ob der Bewerber es am Eingang abgibt oder ein Dieb ist. „Ehren-Checker-Tests“.
    Das man in Blogs keine Bilder „klauen“ sollte, sollte jeder lernen und sich eine Lizenz besorgen oder ein Creative-Commons-Bild. Technisch wäre das einfach. Creative-Commons würde risen und der Standard werden. Die Musikindustrie lebt vielleicht gut von kostenloser Werbung als Hintergrundmusik in beliebten Youtube-Videos. Besser Creative-Commons-Musik anstatt unlizensierter Kommerz-Content. Auf ganz YouTube. Auf der Linux-Messe gibts ja auch keinen Microsoft-Stand und Microsoft-CDs und andere Werbemaßnahmen .

    Und wieso müssen Politiker nicht ihre Redenschreiber benennen ? Damals im Adel und in Diktaturen musste man sich natürlich nicht an die Gesetze für die Normalbürger halten. Es gibt sicher Leute die ausserhalb des Systems stehen und reden wollen. Manche andere fürchten ja sicher Schikane. Zum Projekt18 der FDP gabs vor ein paar Monaten ein klares Interview von einem damaligen Berater. Die Politiker fahren (wie die Schlagersänger) von Wahl-Termin zu Wahl-Termin und halten 30 Minuten dieselbe Rede und dann gehts zum nächsten Termin in der nächsten Kleinstadt. Warum gibts also am Handy keine Transkripte damit man (wie bei Vorlesungen) kollaborativ die Reden (und in diesem Spezialfall der Wahltermine die Abwandlungen) einsammelt und veröffentlicht. In Schmalbandgebieten sind Gebärdendolmetscher (= Video = zu viel Bandbreite für viele Schmalbander) übrigens wesentlich weniger nützlich als Transkripte aller Reden semantisch suchbar auf ewig im Web. Wenn der Pfarrer singt, singen alle mit. Wenn der US-Senat den Treue-Eid vorträgt, sprechen alle den Text mit (im Kinofilm zumindest). Machen die Partei-Anhänger das bei Wahlterminen auch ? Die Rede hätte man ja am Handy. Collective Partei-Karaoke. Stressfreie Distribution an alle Anhänger wäre das Problem. Picobeamer vielleicht. Oder Ausdrucken und am Eingang liegen lassen. Bluetooth-Distro wäre auch möglich. Aber ist die Rede copyrightet und andere Parteimitglieder dürfen sie nicht einmal ohne notariellen Lizenz-Vertrag zitieren oder für eigene Reden benutzen ? Archiviert die US-Kongress-Bibliothek oder archive.org alle Politiker-Reden auch aus dem Ausland ?

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  12. Dirl

    Kein Künstler erhebt den Anspruch, er müsse von seiner Arbeit leben. Er will nur dafür bezahlt werden, wenn seine Arbeit konsumiert wird. Was ist daran so falsch?

    Jemand der das Schaffen von Kunst allen Ernstes mit Flaschensammeln gleichsetzt, verrät mehr über sich, als ihm lieb sein kann.

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  13. fasel

    »Gleichzeitig ist jedem klar, dass die Existenz solcher Menschen weder der Zweck des Pfandsystems noch ein guter Grund für sein unverändertes Weiterbestehen ist.«

    »Niemand würde aber auf die Idee kommen, die Lohnarbeit als soziale Einrichtung zu sehen (außer insoweit als sie logisch mit der Abschaffung der Sklaverei verknüpft ist).«

    zu dem »jedem« und »niemand« fallen mir aber ne Menge Gegenbeispiele ein. Eher noch: Was du als selbstverständlich beschreibst, sehe ich im krassen Gegensatz zu den vorherrschenden neoliberalen bis sozialdemokratischen (SPD-flavour) Realitäten unserer aktuellen Gesellschaftsordnung.

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